
Was ist eine Aufstellung, was kann ich mir drunter vorstellen?
Eine Aufstellung ist eine erlebnisorientierte Methode um innere Themen und ‚Verstrickungen‘ sichtbar zu machen und bestenfalls zu verändern. Wir sind alle eingebunden in Systeme (Familie, Arbeit, Freundeskreis, Hobby, Schule, etc.), meistens sind es mehrere. In diesen Systemen gelten bewusste und unbewusste Spielregeln und Hierarchien und es kann auch zu Blockaden oder Störungen im System kommen. Die Aufstellung bewährt sich hier diese aufzuzeigen. Durch das Darstellen der Repräsentanten als ‚Systemteile‘ für ein System kann man Beziehungen und deren Bewegung wahrnehmen. Auch unbewusst wirkende Dynamiken können sichtbar werden. Und damit wird etwas sichtbar, was vorher nicht sichtbar war. Das gibt Erkenntnisse, Klarheit und die Möglichkeit zu einer Veränderung der aktuellen Situation. Die Ordnung scheint zunächst chaotisch im System und mein Ziel ist es gemäß dem Ziel des aufgestellten Anliegens eine bessere Ordnung zu finden.
Welche Themen können bearbeitet werden? Beispiele?
Aufstellungen eignen sich meiner Ansicht nach für persönliche, familiäre, berufliche und innere Themen. Das können Beziehungen sein, Entscheidungen, wiederkehrende Muster, innere Konflikte oder das Gefühl, festzustecken. Auch Fragen ohne klare Worte finden hier oft eine Form.
Ganz praktisch betrachtet zähle ich einfach ein paar Beispiele auf: Unzufriedenheit in der Beziehung, Unsicherheit in Bezug auf einen neuen Job, Entscheidung treffen, aber welche?, grundlose Schwere oder das Gefühl der Belastung, ein Projekt will einfach nicht vorangehen, ich habe keinen Erfolg in einer bestimmten Sache, jede Art von familiärer Beziehungs(schwierigkeit), Ängste/Sorgen, Ich bin so viel im Kopf, aber wenig im Herzen, Ahnenthemen, Stress – dies sind einige Beispiele, die Liste ist lange nicht vollständig. Am besten wäre es, wenn du dich dafür interessierst, dass wir dein Anliegen kurz besprechen und dann entscheiden.
Wieviele Personen müssen/können anwesend sein?
Eine Aufstellung kann in einer Gruppe stattfinden oder einzeln im Rahmen meines 1:1 Coachings. Beides hat seinen eigenen Charakter und seine eigene Tiefe.
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Bei Einzelaufstellungen sind keine anderen Personen dabei und da wird mit Symbolen, Gegenständen und/oder Bodenankern gearbeitet. Der Klient hat dann die Möglichkeit in jede ‚Position‘ zu gehen und sich da einzufühlen.
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Bei Gruppenaufstellungen sind andere Personen dabei, die als Repräsentanten für jemanden mit einem Anliegen zur Verfügung stehen. Meine Gruppenaufstellungen haben derzeit eine Anzahl zwischen 7 und 10 Personen.
Altersgruppe von – bis?
Die Methode ist für Menschen geeignet, die offen sind für Selbsterfahrung und innere Prozesse. Es geht weniger um das Lebensalter als um die innere Reife und die Bereitschaft zur Auseinandersetzung. Grundsätzlich stelle ich mit Erwachsenen. Für Kinder kann stellvertretend aufgestellt werden, wenn das erwünscht ist.
Was wird aufgestellt und wie macht man das?
Aufgestellt werden Elemente, die mit dem Anliegen zu tun haben. Das können Menschen, innere Anteile, Entscheidungen oder abstrakte Begriffe sein. Sie werden im Raum platziert, sodass Beziehungen und Spannungen sichtbar werden. Auch Blockaden, die nicht bewusst sind oder waren, kann die Aufstellung hervorbringen.
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In der Praxis kann man sich das so vorstellen: Repräsentanten für dich und deinen Partner stehen dann in einem Raum und wir sehen anhand ihres Verhaltens wie die Beziehung ist. Dann nehme ich in der Regel die erste Umstellung vor oder hole noch jemanden dazu, der eine Bedeutung hat für diese Beziehung. Und so entwickelt sich die Aufstellung Schritt-für-Schritt, Stellung-für-Stellung weiter. Die Veränderungen nehme ich vor (andere Aufstellungsleiter arbeiten anders) und wir suchen und testen gemeinsam nach einer besseren Ordnung, als die Ausgangssituation.
Repräsentanten müssen dabei nicht ‚mitdenken‘ oder sich Schritte oder Teile überlegen, es reicht wahrzunehmen wie es einem grad geht, das ist Hinweis genug für mich.
Ich leite somit auch unerfahrene Personen an im Prozess. Nochmal, es muss kein Vorwissen mitgebracht werden, es reicht Neugier und Offenheit.
Wie lange dauert so etwas?
Eine Aufstellung nimmt sich die Zeit, die das Thema braucht. Manche Prozesse klären sich überraschend schnell, andere entfalten sich behutsam Schritt für Schritt.
Bei mir dauert eine Aufstellung in der Regel 45 Minuten (+/- 10 Minuten). Ausnahmen sind kürzer oder länger. Genauer kann ich es leider nicht eingrenzen, es hängt an vielen Faktoren (Komplexität des Anliegens, Offenheit der Teilnehmenden, erwartete und unerwartete Blockaden, etc.).
Wobei kann es helfen?
Aufstellungen können helfen, Klarheit zu gewinnen, innere Ruhe zu finden, Entscheidungen zu erleichtern und festgefahrene Muster zu erkennen. Oft entsteht ein neues Gefühl von Ordnung oder Stimmigkeit.
In der klassische Familienaufstellung geht es oft darum Belastungen aus Vorgängergenerationen loszulassen und zurückzugeben, damit im Leben wieder mehr Erfolg und/oder Leichtigkeit einziehen kann. Auch hier gilt: Du musst es im Vorhinein nicht wissen, was dich blockiert oder wo es hingehört. Das gehört zu meinem Teil, das 1) einzukreisen und dann in der Aufstellung 2) ausfindig zu machen und 3) eine bessere Ordnung als die bisherige zu finden.
Im Grunde umfasst das alle Themen rund um Konflikt, Stress, Belastung oder etwas nicht erreichen, woran man arbeitet. Da lohnt sich, meiner Meinung nach, ein Blick ins Familiensystem.
Muss ich etwas über meine Familie oder mein Aufstellungsthema wissen?
Nein, theoretisch nicht. Es ist nicht notwendig, alles zu kennen oder erklären zu können. Das, was wichtig ist, zeigt sich im Prozess. Auch vage Gefühle oder offene Fragen reichen aus.
Wir nehmen im Vorgespräch auf, was an Info aus dem Familiensystem da ist. Wenn das nicht viel ist, ist es für die Aufstellung nicht hinderlich.
Man liest immer wieder von Repräsentanten, was bedeutet das?
Repräsentanten sind Menschen, die stellvertretend für Elemente des Themas im Raum stehen. Sie nehmen wahr, was sich an diesem Platz zeigt, ohne etwas zu wissen oder zu spielen. Sie steigen durch ihre zugewiesene Rolle in die dazugehörige Fremdenergie ein und repräsentieren sie.
Wie helfen die mir mit meinem
Thema?
Durch ihre Wahrnehmungen entsteht ein lebendiges Bild, eine Dynamik wird sichtbar. Das ermöglicht Einsichten, die über reines Nachdenken hinausgehen. Oft zeigen sich Dynamiken sehr klar und überraschend ehrlich, weil sie eben aus jeder Perspektive wahrgenommen werden können.
Was nützt es mir „nur“ Repräsentant zu sein?
Auch als Repräsentant erlebt man häufig eigene Aha-Momente. Viele berichten, dass sie dabei etwas über sich selbst lernen oder Impulse für das eigene Leben mitnehmen. Das bedeutet man wird für eine Rolle ausgewählt (und dieser Prozess geschieht nicht geplant oder gedacht, sondern unbewusst), die mit einem Selbst zu tun hat und kann dadurch zu eigenen Erkenntnissen kommen.
Abgesehen davon kann man mal für ein paar Stunden aus dem Kopf raus ins Gefühl kommen. In der heutigen Zeit schon ein Wert an sich würde ich sagen.
Muss ich ein bestimmtes Thema mitbringen?
Nein. Manchmal reicht das Gefühl, dass etwas nicht stimmig ist. Ein klares Thema kann sich auch im Prozess erst zeigen.
Wenn du für eine Aufstellung angemeldet bist, dann haben wir vorher schon ausführlich über dein Anliegen gesprochen.
Als Repräsentant ist man angemeldet und kommt dann zum Tag der Aufstellung dazu (ohne vorheriges Gespräch mit mir).
Mir geht’s nicht gut und ich weiß nicht warum, ist das dann auch die richtige Methode für mich?
Ja, genau dafür kann sie gut geeignet sein. Wenn Worte fehlen oder der Verstand keine Antwort findet, kann die Aufstellung einen Zugang eröffnen, der jenseits von Erklärungen liegt. Abgesehen davon versuchen wir ja im Vorgespräch das Anliegen einzugrenzen und da kannst du dich auf mich und meine Coachingtechniken verlassen.